SV Harthausen – SpVgg Stetten-Lackendorf, 0:4 (0:0), Rasenplatz, Sportplatz Harthausen
Früher, als Sommerferien noch ei ne Ewigkeit waren, begann der Tag irgendwann nach dem Frühstück und endete, wenn die Straßenbeleuchtung flackerte. Man fuhr mit dem Fahrrad zum Bolzplatz, spielte bis die Knöchel brannten, ging zum Bach kühlen oder ins Freibad, wo man von der Drei-Meter-Platte sprang, obwohl man eigentlich keine Drei-Meter-Platte mochte. Dazwischen gab es Eis, langsame Nachmittage und das Gefühl, dass der September noch sehr weit weg war.
Fast 25 Jahre später sitze ich in einem Büro. Die Kreisliga A und B haben den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Ich stelle fest: Ich bin noch nicht bereit. Und unsere Mannschaft offenbar auch nicht.
**Siesta statt Sieg**
Am Sonntag um 15:00 Uhr war es für die 2. Mannschaft wieder soweit: Auswärtsaufgabe beim SV Harthausen. Während andere noch in der Siesta lagen, irgendwo am Bodensee oder auf dem Campingplatz in Frankreich, standen wir schon wieder auf dem Rasen. Die Sonne knallte, und man merkte: Bei uns ist die Saison schon wieder los, obwohl der kollektive Kopf bei vielen noch irgendwo zwischen Strandkorb und Spaghetti-Eis hing.
Die Personaldecke war dementsprechend dünn und weil die 1. Mannschaft ebenfalls in der Personalnot saß, mussten wir ihr den ein oder anderen Abgänger überlassen. Was übrig blieb, war eine tapfere Truppe, die 45 Minuten gut kämpfte.
**Erste Halbzeit: Alles noch im Lot**
Zunächst lief es aber gar nicht so übel. Wir kamen gut ins Spiel, es war ausgeglichen, beide Teams achteten auf die Defensive. Torchancen gab es so wenige, dass man hätte denken können, beide Seiten hatten noch die Reiseapotheke im Nacken. Defensiv standen wir stabil, konnten viel klären. Unser Highlight war ein Freistoß aus der eigenen Hälfte, von Harthausen auf das eigene Tor scharf gemacht wurde.
**Zweite Halbzeit: Der Faden riss**
Leider half die erste Hälfte nichts, wenn man die zweite mit dem Kopf in der Hand spielt. Die ersten 15 Minuten hinter der Kette gingen noch, dann kassierten wir das 0:1. Danach gingen die Köpfe nach unten, die Beine wurden schwerer und die Hoffnung auf ein eigenes Tor ungefähr so groß wie unser xG: 0,01.
Harthausen nutzte es konsequent und legte nach. Am Ende stand 0:4 auf der Anzeigentafel. Angesichts der ersten Hälfte vielleicht etwas zu hoch, aber unterm Strich eine verdiente Niederlage. Wer 90 Minuten lang so wenig Torgelegenheiten kreiert, darf sich am Ende nicht beschweren, wenn der Gegner den Abend besser verpackt.
**Fazit & Ausblick**
Die große Frage, die sich stellt: Wie wollen wir eigentlich Tore schießen? Da müssen wir noch arbeiten. Kreativität, Mut, eine klare Idee im letzten Drittel – alles Dinge, die man nicht im Urlaub vergessen sollte.
Nächste Woche geht es zum ersten Heimspiel. Dann wollen wir zeigen, dass wir auch ohne Ferienmodus und mit voller Besetzung Fußball spielen können.

